Italienisches Frühstücksflair

Die Nacht war ruhig am Stellplatz, ich war beruhigt, weil der Kühlschrank einfach das tat, wofür er da ist 😉!

Zur Abwechslung wollen wir mal in ein Kaffeehaus gehen und ein typisches italienisches Frühstück genießen. 

2 Möglichkeiten hatten wir gefunden. Das erste hatte gegenüber der Info auf Google aber noch zu. Das zweite war eine reine Bäckerei, also machten wir uns auf die Suche nach dem „Dorfcafe“ und wurden auch bald im Timeless fündig. Die Auswahl überraschte uns, es gab mehr als Kaffee und Croissant 🤭. 

Am Nebentisch nahm eine kleine Schulklasse Platz, die lässt die Schule langsam ausklingen, morgen ist der letzte Schultag und dann sind Ferien bis am 15. September!!

Den örtlichen Supermarkt statten wir einen Besuch ab, finden aber nichts, was wir unbedingt benötigen. 


Durch die Gegend gondelnd 

 

Unser Ziel ist Madera, wir wollen aber auch Castel del Monte und was sich sonst so am Weg ergibt, besichtigen. 

Bewusst wählen wir nicht die schnellste Runde, wir wollen die Landschaft genießen. 

Die Straßen sind schmal und zum Teil in einem katastrophalen Zustand. Meist fahren wir nur so um die 50km/h, alles andere wollen wir unserem Gefährt nicht antun. 

Die Landschaft ist geprägt durch Getreideanbau, Olivenhaine und Weingärten. 

Mitten drinnen gibt’s dann ein Industriegebiet in Melfi mit Barilla (Barilla ist die weltweit führende Marke auf dem Pastamarkt und wurde im Jahr 1877 in Parma, Italien, gegründet). Das Barilla-Werk in San Nicola di Melfi produziert keine Pasta, sondern ausschließlich Backwaren mit rund 350 Mitarbeitern. Das Werk hat eine enorme Kapazität und backt täglich unter anderem rund 6,5 Millionen Scheiben Zwieback. 😳😳😳

FIAT hat eines seiner modernsten Werke ebenfalls hier. Im Sinne der Globalisierung werden hier aber DS N°7 und DS N°8 gefertigt, die wie FIAT zum Stellantis Konzern gehören. 

Rund 4.600 Mitarbeiter können dort über 100.000 Fahrzeuge jährlich produzieren. Die Automobilkrise merkt man aber auch da, so wurden 2025 nur ca. 45.000 PKW gefertigt. 


Minervino Murge

Am Weg zum Castel del Monte machen wir noch einen Zwischenstopp in Minervino Murge. 

Kurz vor dem Castel del Monte liegt dieses weiße Dorf spektakulär an einer Klippe und wird nicht umsonst der „Balkon Apuliens“ genannt. Von hier oben hat man einen gigantischen Weitblick über die weite Ebene. Perfekt für einen kurzen Spaziergang abseits der Touristenströme.


Castel del Monte

 

Die weltberühmte, achteckige Krone Apuliens thront weithin sichtbar auf einem Hügel.

Das Castel del Monte ist eines der faszinierendsten und rätselhaftesten Bauwerke Italiens und gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe.

Der Erbauer:

Es wurde im 13. Jahrhundert (um 1240) von Kaiser Friedrich II. (dem Stauferkaiser) errichtet, der auch als Stupor Mundi („Das Staunen der Welt“) bekannt war.

 

Die perfekte Geometrie:

Das markanteste Merkmal ist die strikte mathematische und astronomische Präzision. Das Gebäude ist achteckig gebaut. An jeder der acht Ecken steht wiederum ein exakt achteckiger Turm, und der Innenhof ist ebenfalls ein perfektes Oktogon. Die Zahl 8 zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Architektur.

 

Das Rätsel der Funktion:

Bis heute ist unklar, wozu die Burg eigentlich diente. Sie hat keinen Burggraben, keine Zugbrücke und keine klassischen Verteidigungsanlagen – war also keine Festung. Da es auch keine Ställe oder großen Wirtschaftsräume gibt, war es vermutlich auch kein Jagdschloss oder dauerhafter Wohnsitz. Viele Historiker glauben, es war ein repräsentativer Symbolbau, ein Thron- oder Repräsentationssaal oder sogar ein astronomisches Observatorium.

 

Das Castel del Monte ist so tief in der italienischen Kultur verwurzelt, dass es die Rückseite der italienischen 1-Cent-Münze ziert.

 

Als wir das Castel von der Ferne das erste mal gesehen haben, konnten wir die Faszination nicht nachvollziehen. Auch wenn man direkt davor steht hält sich die überschwängliche Begeisterung noch in Grenzen.

Ist man dann aber einmal im Castel, hinterlässt es durchaus Wirkung! Der Audioguide ist da besonders wertvoll.

 


Nach weiteren ca. 80 km erreichen wir Madera und erreichen damit die Region Basilikata. 

Im Masseria del Pantaleone, einem Agritourismo-Stellplatz, ergattern wir das vorletzte Plätzchen zum Abstellen unseres WoMo‘s. 

Und ja, Mama´s Wollsocken sind am Abend im Schatten ganz angenehm!

Kommentare: 0