Italienisches Area Sosta Camp Flair

Der Area Sosta Camp füllt sich bis in die Nacht komplett. 

Das Wort Sosta bedeutet im Italienischen schlicht "Halt" oder "Pause", und Camper ist der italienische Begriff für Wohnmobil.

Im Gegensatz zum Campingplatz sind die Abstellflächen deutlich kleiner und das Angebot an WC‘s, Duschen oftmals eingeschränkt. 

 

Viele Großfamilien, man hat den Eindruck, jeder kennt jeden, sind hier versammelt. Von „Babyweinen“ über Jugendliche bis hin zu mit typisch lauten und schrillen Organen ausgestatteten Italienerinnen, mit lauter Musik vorbeifahrenden Autos und einem Kanaldeckel, der sich bei jeder Überfahrt bemerkbar macht. 

Auffällig ist das Alter der meisten Fahrzeuge, einige haben noch Original italienische Kennzeichen, sind also zumindest 27 Jahre alt. Man sieht auch viele Roller Team WoMo‘s (diese Marke fahren wir aktuell auch), ist ja auch eine italienische Marke, gebaut in der Toskana. 

Schon ab 7:00 beginnt das Campingleben, passt für uns gut, wir wollen ohnehin bald mit dem Rad aufbrechen. 

Wir fahren mit den Bromptons (war im letzten Jahr die beste Kaufentscheidung) der Küste entlang und sind doch überrascht, wie viele Menschen hier unterwegs sind. Es gibt keinen Platz an den Stränden, der nicht bevölkert ist. Bei sandigen Abschnitten deutlich mehr als bei felsigen Abschnitten. Die Straße ist weitläufig zugeparkt, die offenen Parkplätze gut gefüllt. 

Meine Erkenntnis: 

Es gibt hier vermutlich zwei Zustände. In den Wintermonaten ist hier die totale Einsamkeit. In der restlichen Jahreszeit ist hier die Hölle los. Wir sind jedenfalls gespannt, wie das morgen ist, wenn wieder alle in der Arbeit sind 🤔. 

Die Temperatur ist zum Radfahren grenzwertig, aber mit einer Kirschenpause 🍒, einer Kaffepause und einer Schattenpause schaffen wir die 65km ganz gut. 

Am späten Nachmittag lichtet sich der Area Sosta merklich. 

Wir bekommen sogar einen Platz in der ersten Reihe angeboten, zahlt sich aber nicht aus, wir fahren morgen ein Stück weiter. 

Die Abreise der Camper ist dann auch noch ein Ereignis für sich. 

Die Kinder werden noch geduscht, die Mädels noch geföhnt, was nicht allen, nach einem langen Strandtag, gefällt. 

Stück für Stück wird wieder alles verstaut. 

Die beiden Campingplatz-Jungs laufen mehr oder weniger hektisch über den Platz und kommentieren alles. Ihr Auto wird so alle 5 Minuten umgeparkt, warum erschließt sich mir nicht, gehört offenbar zum Ritual. 

Lautstark und überschwänglich verabschiedet man sich rundherum. 

Ja, die Italiener sind ein lautes und geselliges Volk. Ist ok, wir sind ja zu Gast in ihrem Land und wir finden die Abwechslung spannend. 

Bis nach 22:00 zieht sich die Abreise hin, dann ist der Platz fast leer und wir können auf eine ruhige Nacht hoffen.