Ein guter Urlaubstag beginnt für mich mit dem erleben des Sonnenaufgangs 😍.
Das Meer ist fast spiegelglatt, es ist alles noch ruhig, der Himmel verfärbt sich kontinuierlich, bis sich die Sonne dann langsam hinter dem Horizont hervortraut.
Das besondere Erlebnis an diesem Morgen ist dann aber noch was völlig unerwartetes.
Ein kleiner Grashüpfer (ca. 7mm groß) verirrt sich auf meine Hose. Ich beobachte ihn einige Zeit. Es scheint, als würde er gerade seine „Morgenwäsche“ erledigen. Das Hightech-Marko-Equipment ist rasch zur Hand und so gelingen vom Morgenritual unerwartete Ergebnisse.
Kurz nach 07:00 kommt der erste von drei Bäcker auf den Stellplatz und bringt uns mal Abwechslung in die Frühstücksgewohnheiten.
Frühstück direkt am Meer, mit frischen italienischen Gebäck, Tomaten und Salami.
Ich hab heute nur einen Teilzeitjob, die erste Strecke steuert wieder Iris unser Schlachtschiff.
Der ganze Verkehr und der Zustand der Straßen machen das Fahren hier nicht besonders angenehm.
Für unseren südlichen Nachbarn sind die Verkehrszeichen maximal eine Empfehlung. Je weiter wir in den Süden kommen, desto weniger relevant sind die Regeln. Neben den teils tiefen Schlaglöchern hängen Büsche und Bäume noch weit in die ohnehin schmalen Strada Provinciale.
Wenn wir diesen Hindernissen ausweichen, sind wir weit in der Gegenfahrbahn. Die anderen Verkehrsteilnehmer lassen sich auch von der Größe unseres Gefährts nicht abschrecken, die bleiben stur auf der Mittellinie oder noch weiter auf der Gegenfahrbahn.
Der Klügere gibt nach, was aber nicht immer leicht gelingt.
Am halben Weg nach Gallipoli machen wir noch eine kleine Wanderung im Spiaggia di Porto Selvaggio, einem kleinen Naturreservat mit einer herrlichen Bucht. Das Wasser ist klar und deutlich kälter als bisher.
Damit auch die Kultur nicht zu kurz kommt, machen wir einen kleinen Umweg nach Nardo.
Nardò ist eine faszinierende Stadt im Salento (der "Absatz" des italienischen Stiefels in Apulien). Die Stadt blickt auf eine reiche, jahrhundertealte Geschichte zurück und war über lange Phasen ein bedeutendes wirtschaftliches, kulturelles und religiöses Zentrum der Region.
Von hier aus wurde ganz Europa mit Olivenöl versorgt. Nicht um es zu verzehren, sondern noch in der Zeit, wo man es für Lampen, vor allem für die Straßenbeleuchtung, benötigte.
Genau dieser einstige Wohlstand spiegelt sich heute in der prachtvollen Architektur wider, die maßgeblich von dem warmen, hellen lokalen Sandstein – dem Pietra Leccese (oder einer lokalen Variante davon) – geprägt ist.
Am Hauptplatz genießen wir noch eine Variation von Bruschetta, die wirklich ausgezeichnet gemundet hat.
Rund 3km vor Gallipoli beziehen wir am Agricampeggio & Glamping Torre Sabea einen Stellplatz und releaxen noch ein wenig, bevor wir uns ins Nightlife von Gallipoli stürzen.