Sassi di Matera

Die Sassi di Matera in der süditalienischen Region Basilikata gehören zu den faszinierendsten und ältesten bewohnten Orten der Welt. Sie bestehen aus einem tief gestaffelten Labyrinth aus Höhlenwohnungen, Felsenkirchen und steilen Gassen, die direkt in den weichen Kalktuffstein einer tiefen Schlucht (Gravina) geschlagen wurden.

Von der „Schande Italiens“ zum UNESCO-Welterbe

Die jüngere Geschichte Materas ist von einem dramatischen Wandel geprägt:

Das Elend (bis in die 1950er Jahre): Bis Mitte des 20. Jahrhunderts lebten in den Höhlen Zehntausende Menschen unter extremen Bedingungen – ohne Strom, fließendes Wasser oder Kanalisation, oft zusammen mit ihrem Vieh. Krankheiten wie Malaria grassierten. Das Buch „Christus kam nur bis Eboli“ von Carlo Levi machte diese Zustände weltbekannt, woraufhin die italienische Regierung die Sassi als „Nationale Schande“ brandmarkte.

Die Zwangsevakuierung: In den 1950er Jahren wurden die Bewohner per Gesetz gezwungen, die Sassi zu verlassen und in neu errichtete moderne Viertel am Stadtrand umzuziehen. Die Altstadt verkam für Jahrzehnte zur Geisterstadt.

Die Renaissance: In den 1980er Jahren erkannten Künstler und Denkmalschützer den unschätzbaren historischen Wert. Seit 1993 gehören die Sassi zum UNESCO-Weltkulturerbe. Im Jahr 2019 blühte die Stadt als Europäische Kulturhauptstadt endgültig auf.


Wir schlendern 6 Stunden durch die beiden Stadtteile Sasso Barisano und Sasso Caveoso. Unzählige Stufen geht’s bergab und wieder bergauf, durch schmale und breitere Gassen. Immer wieder beeindruckende Blicke auf die Stadt oder die Schlucht. 

Salvador Dali ist eine Ausstellung gewidmet, die sehen wir uns an, und bekommen dadurch auch einen tollen Einblick in ein Haus von innen. 

Eine Höhlenwohnung wird auch inspiziert, interessant wie man sich vor langer Zeit schon organisiert hat. Wasser und Licht wurden gesammelt und gelenkt, damit man es wenigstens im Ansatz wohnlich hatte. 


Sassi di Matera bei Nacht

Am Stellplatz erzählt man uns von einer Führung durch Sassi di Matera bei Nacht. Wir schaun uns das Angebot entdecken gleich drei interessante Führungen und nehmen mit Salvadore Kontakt auf. Ich hab nur so 50% von dem verstanden was mir Salvadore so erzählt hat. Fakt war jedenfalls dass die eine Tour schon ausgebucht und die Morgentour nur ab4 Personen durchgeführt wird. Die Abendtour war für Freitag Abend noch verfügbar. 

Salvadore lässt sich am besten als Unikat beschreiben, redet, telefoniert und fährt Auto gleichzeitig. 

Die Informationen die wir bekommen sind ganz interessant, die erhofften Fotomöglichkeiten bei Nacht von besonderen Locations eher bescheiden.